Sturmwarnung
Sturm & WindSturmwarnung Redaktion

16-Tage-Sturmtrend: Zuerst Gewitterböen – noch kein belastbares Herbststurm-Signal

Kurzfristig bringt die Kaltfront in Teilen Mitteleuropas kräftige Gewitterböen. Für die Schweiz ist daraus derzeit aber keine flächige Sturmlage abzuleiten. Auch im weiteren 16-Tage-Zeitraum gibt es momentan kein genügend stabiles Signal, um einen konkreten Herbststurm anzukündigen.

Der wichtigste Unterschied in der aktuellen Lage lautet: kräftige Gewitterböen sind nicht dasselbe wie ein grossräumiger Herbststurm. Die Kaltfront, die am Mittwoch Mitteleuropa überquert, kann lokal durchaus markante Windspitzen bringen, doch diese treten vor allem in Verbindung mit Schauern und Gewittern auf.

In Deutschland nennt der Deutsche Wetterdienst heute regional Wind- und Sturmböen zwischen etwa 60 und 75 km/h, im Süden bei einzelnen Gewittern auch 60 bis 80 km/h. Solche Böen können lokal kräftig sein, bilden aber kein zusammenhängendes Sturmfeld über der gesamten Region.

Schweiz: Frontdurchgang statt flächiger Sturm

Auch in der Schweiz können beim Frontdurchgang einzelne kräftige Böen auftreten. Exponierte Gipfel, Pässe und Kammlagen reagieren stärker als geschützte Täler und Städte. Aus der aktuellen Lage lässt sich jedoch keine pauschale grossräumige Sturmwarnung für die Schweiz ableiten.

Amtliche Kurzfristwarnungen müssen deshalb klar von einem 16-Tage-Trend getrennt werden. Eine Warnung gilt nur, wenn eine zuständige Stelle sie tatsächlich ausgegeben hat.

Bis zum Wochenende: eher wechselhaft als stürmisch

Nach dem Frontdurchgang folgt zunächst kühlere Luft. Weitere Fronten können später wieder für auffrischenden Wind sorgen, vor allem auf Bergen und in exponierten Lagen. Ein klassisches Bild eines ausgeprägten atlantischen Herbststurms mit tiefem Kerndruck und einem grossen zusammenhängenden Starkwindfeld ist derzeit aber nicht zuverlässig erkennbar.

Nächste Woche: Modelle noch zu unsicher

Mit zunehmender Vorhersagefrist wächst die Bandbreite der möglichen Tiefdruckentwicklungen über dem Nordatlantik und Europa. Einzelne Modellläufe können kräftige Tiefs zeigen, andere Lösungen lassen sie deutlich schwächer oder auf einer anderen Zugbahn ziehen.

Für eine seriöse Sturmprognose braucht es ein Signal, das sich über mehrere Modellläufe und Ensemblelösungen stabilisiert. Genau diese Stabilität fehlt derzeit für ein konkretes Sturmereignis in der Schweiz.

Tag 11 bis 16: Wochenkarten zeigen keine einzelnen Stürme

ECMWF weist bei seinen Wochenkarten ausdrücklich darauf hin, dass gemittelte Windanomalien keine verlässliche Information über einzelne schwere Stürme liefern. Solche Systeme sind oft mobil und deutlich kurzlebiger als eine ganze Woche. Ein 16-Tage-Ausblick kann deshalb nur die grundsätzliche Strömungslage einordnen.

Für Ende September bleibt eine windigere West- oder Nordwestlage meteorologisch möglich. Ob daraus tatsächlich ein Sturm entsteht, lässt sich heute nicht seriös sagen.

Aktueller Stand

Kurzfristig: lokale Gewitter- und Sturmböen möglich.

In den nächsten Tagen: keine belastbare flächige schwere Sturmlage für die Schweiz aus der aktuellen Front allein.

Nächste Woche: windigere Frontdurchgänge möglich, aber noch kein konkretisiertes Sturmereignis.

Bis Ende September: Unsicherheit zu gross für die Ankündigung eines bestimmten Herbststurms.

Dieser 16-Tage-Trend ersetzt keine amtliche Sturmwarnung. Kurzfristige Warnungen können sich jederzeit ändern.

Stand: Mittwoch, 16. September 2026, 08:30 Uhr.