Sturmwarnung
Sturm & WindSturmwarnung Redaktion

Seit wann wird in der Schweiz systematisch gewarnt – und wie oft kommt das vor?

Wer heute auf die MeteoSchweiz-App oder auf das Naturgefahrenportal blickt, bekommt Warnungen oft selbstverständlich präsentiert. Der Weg zu diesem System war aber ein Prozess. Ein wichtiger Auslöser waren die schweren Unwetter im August 2005 mit grossen Schäden in mehreren Kantonen. Danach startete der Bund das Optimierungsprogramm OWARNA, um Warnung und Alarmierung bei Naturgefahren deutlich zu verbessern.

Seit wann wird so gewarnt?

Das heutige, bundesweit sichtbare Naturgefahrenportal informiert die Bevölkerung seit 2014 über die aktuelle Naturgefahrenlage in der Schweiz. MeteoSchweiz betreibt dieses Portal zusammen mit weiteren Fachstellen des Bundes. Dort werden Warnungen und ergänzende Informationen zu verschiedenen Gefahren zentral veröffentlicht. Die moderne Warnlogik mit abgestuften Gefahrenstufen und koordiniertem Behördenprozess ist also das Resultat eines gezielten Ausbaus nach 2005.

Wie wird heute gewarnt?

MeteoSchweiz warnt unter anderem vor Wind, Gewittern, Regen, Schnee, Glätte, Hitze und Frost. Die Warnungen werden für 159 Warnregionen und 51 Warnobjekte wie Seen und Flughäfen ausgegeben. Bei markanten Ereignissen ab Warnstufe 3 erhalten die Behörden mit genügend Sicherheit bereits bis zu drei Tage im Voraus eine Vorwarnung.

Kommt es zu grösseren Lagen, werden die Warnungen zudem mit den anderen Naturgefahrenfachstellen koordiniert. Das Ziel ist, dass Bevölkerung und Behörden möglichst konsistente Informationen und Verhaltensempfehlungen erhalten.

Wie oft wird gewarnt?

Eine feste Anzahl Warnungen pro Jahr gibt es nicht, weil Wetterwarnungen ereignisabhängig sind. In gewitterreichen Sommerphasen oder in stürmischen Herbst- und Winterlagen kann deutlich häufiger gewarnt werden als in ruhigen Perioden. Wichtig ist deshalb weniger die absolute Zahl als die Qualität der Warnungen.

Wie treffsicher ist das System?

MeteoSchweiz gibt für schwere Wetterwarnungen eine durchschnittliche Trefferquote von 86 Prozent an. Der Anteil der Fehlalarme liegt laut Behörde bei rund 20 Prozent. Damit wird bewusst ein System angestrebt, das möglichst viele relevante Ereignisse erfasst, ohne die Bevölkerung mit unnötigen Warnungen zu überfluten.

Für die aktuelle Lage am 16. September 2026 ist in der Schweiz kein landesweiter Wintersturm in Sicht. Solche Lagen werden vor allem dann relevant, wenn starker Wind und deutlich kältere Luft zusammenfallen – typischerweise erst später im Herbst oder im Winterhalbjahr.